Beckenschiefstand – Einlagen nicht immer erste Wahl

Oktober 2012
In den Industrieländern leiden rund 70 Prozent der Bevölkerung unter einem Beckenschiefstand. Ein Großteil weiß jedoch nichts davon. Denn eine solche Fehlstellung äußert sich durch verschiedene Beschwerden, die nicht immer sofort auf ein schiefes Becken schließen lassen. Doch bei der Diagnose gilt: Beckenschiefstand ist nicht gleich Beckenschiefstand.

Solange der Schiefstand nur wenige Millimeter beträgt, verursacht er selten Schmerzen. Erst größere Unterschiede bedürfen einer ursachenorientierten Behandlung. Denn Mediziner unterscheiden mithilfe einer 3D-Vermessung zwischen zwei Ursachen für einen Beckenschiefstand. So entsteht er entweder durch einen tatsächlichen oder einen nur scheinbaren Unterschied der Beinlänge. Bei einer Fehlstellung, die auf einer tatsächlich unterschiedlichen Beinlänge beruht, hilft oft schon eine individuell angepasste Schuheinlage. Betroffene leiden aber sehr selten unter dieser Form. Befindet sich das Becken hingegen in einer dreidimensional verschobenen Position, wirken die Beine nur unterschiedlich lang. Bei einem solchen Beckenschiefstand verstärken Einlagen die Symptome eher. Diese häufig auftretende Form erfordert eine komplexere Behandlung. Im ersten Schritt der Therapie wenden Orthopäden osteopathische Methoden an, die sie auf das individuelle Krankheitsbild abstimmen. Zusätzliche Muskulatur stärkende Übungen und Krankengymnastik sorgen für körperliche Stabilität. Auch gezielte sportliche Aktivitäten fördern die Genesung. Patienten dürfen sich dabei aber weder überlasten noch in eine Schonhaltung verfallen. Um akute Schmerzen selbst zu lindern hilft vielen Betroffenen die Verwendung eines Wärmekissens.

 


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